Postersession


Am 10. März 2021 wird es im Rahmen der beiden zentralen Tage von 10.00 bis 12.00 Uhr eine digitale Postersession geben (Informationen zum Zugang finden Sie hier). Diese steht - in Anlehnung an das urpsprüngliche Tagungsthema der GDM2021 - unter dem Thema "Perspektiven wechseln". Der Ablauf der Postersession ist wie folgt geplant:

  • 10.00 bis 11.00 Uhr: Poster Discussion Groups (5 Min. Vorstellung + 5 Min. Diskussion)
  • 11.00 bis 12.00 Uhr: Poster Exploration Sessions (Parallelsessions, in denen die Autor*innen für Rückfragen und Diskussion zur Verfügung stehen)

Poster Discussion Groups

1 - Mathematik in der Primarstufe perspektivenreich unterrichten  (Moderation: Silke Ruwisch)

 

  • Antonella Perucca, Universität Luxembourg: Das vereinfachte kleine Einmaleins

  • Simone Jablonski, Goethe-Universität Frankfurt: Ein Blick über den Tellerrand des Mathematikunterrichts – Evaluation des Enrichmentprogramms „Junge Mathe-Adler Frankfurt“

  • Franziska Rebholz, Jessika Golle,Eberhard-Karls-Universität Tübingen: Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in der Grundschule

  • Ulrich Schwätzer, Universität Duisburg-Essen: ProMaPrim: Programmieren im Mathematikunterricht der Primarstufe

  • Kirsten Winkel, Eva Berger, Ernst Fehr, Henning Hermes, Daniel Schunk, Isabell Zipperle, Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Prädiktoren besonderer Schwierigkeiten beim Mathematiklernen und kausale Effekte einer digitalen adaptiven Förderung des Arbeitsgedächtnisses bei Erstklässlern

  • Nadine Böhme, Universität Erfurt: DIAMOS – Steigerung der DIAgnostischen und Mathematikdidaktischen Kompetenz von Studierenden durch die Analyse von UnterrichtsvideOS
     

2 - (Digitale) Perspektiven Mathematik in der Hochschullehre und forschungsbasierten Lehrkräfteausbildung (Moderation: Sebastian Krusekamp)

 

  • Patrick Fesser und Stefanie Rach, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg: Wissenschaftspropädeutische Kompetenzenvon Studienanfänger*innen in einem mathematikaffinen Studiengang

  • Philipp Bitzenbauer (FAU Erlangen-Nürnberg), Joaquin Veith (SUH Hildesheim): Teacher identity von MINT-Lehrkräften und Bezugsnormen: Implikationen für die Lehrerausbildung

  • Joqauin Veith (SUH Hildesheim)  & Dr. Philipp Bitzenbauer (FAU Erlangen-Nürnberg): Ein Vorbereitungskurs zum Staatsexamen Mathematik für das nicht-vertiefte Lehramt

  • Andreas Rieu, Timo Leuders & Katharina Loibl, PH Freiburg: Diagnostizieren von Fehlerstrategien beim Dezimalbruchvergleich

  • Saskia Schreiter, Markus Vogel, Markus Rehm, Tobias Dörfler, PH Heidelberg: Förderung von aufgabendiagnostischer Kompetenz in der Lehrerausbildung - Eine Studie mit Eye-Tracking Stimulated Recall Interviews

  • Clara Ries, Universität Koblenz-Landau: Kompetenzen von Lehramtsstudierenden zu Anschauungsmitteln im arithmetischen Anfangsunterricht

  • Christina Bierbraue, Universität des Saarlandes: Erklärvideos zu mathematischen Inhalten
     

Abstracts

Das vereinfachte kleine Einmaleins


Der erste Vorteil des vereinfachten kleinen Einmaleins ist, dass es keine “überflüssigen” Informationen enthält. Man sieht nur genau das, was man auswendig lernen muss. Alles andere folgt aus folgendem:
   - Eine Zahl mit 1 multipliziert ergibt wieder die Zahl selbst.
   - Bei der Multiplikation zweier Zahlen darf man die Faktoren vertauschen.
Insbesondere erzwingt das vereinfachte kleine Einmaleins die Anwendung der Kommutativität der Multiplikation und fördert so dessen Verständnis.

Mathematik perspektivenreich unterrichten

 

Ein Blick über den Tellerrand des Mathematikunterrichts – Evaluation des Enrichmentprogramms „Junge Mathe-Adler Frankfurt“


Das Programm „Junge Mathe-Adler Frankfurt“ zielt auf eine langfristige, außerschulische Förderung mathematisch begabter Kinder ab. Im Posterbeitrag wird das Programm vorgestellt und hinsichtlich seiner anreichernden Funktionen und mathematischen Themen evaluiert. Mithilfe eines Fragebogens wird das Programm darüber hinaus mit dem regulären Mathematikunterricht der Kinder verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Projektziele in Hinblick auf die Themenwahl, das selbstständige mathematische Arbeiten und die Unterschiede zum regulären Mathematikunterricht zu großen Teilen erfüllt werden. Auf Basis der Beobachtungen werden Konsequenzen für die Förderung mathematischer Begabung formuliert.

Eigenverantwortlich lernen
 

Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler in der Grundschule

 

Die Gestaltung einer Lernumgebung für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler kann für Lehrkräfte im täglichen Unterricht eine große Herausforderung darstellen (vgl. z.B. Scholz, 2012). Ausgehend von einem evidenzbasierten Konzept aus dem Enrichment (Rebholz, 2018; Rebholz & Golle, 2017), das auf den Kernkomponenten kooperatives Arbeiten, offene Aufgaben und strukturierte Notation basiert, entstehen in der Zusammenarbeit mit Lehrkräften von Partnerschulen adaptierte Materialien für den Mathematikunterricht der Grundschule, deren Implementation und Wirksamkeit formativ evaluiert werden.

Diversität produktiv nutzen
 

ProMaPrim: Programmieren im Mathematikunterricht der Primarstufe


Das Projekt ProMaPrim verfolgt das Ziel, einen Programmierkurs als substanzielle Lernumgebung im Mathematikunterricht der Grundschule gemäß dem Design Research Forschungsparadigma zu entwickeln. Wir wollen dabei lernen, wie Kinder im 3./4. Schuljahr ausgehend von mathematischen "unplugged"-Tätigkeiten konstruierend programmierend algorithmische Strukturen abbilden, zudem, ob und wie sie diese dann als Forscherwerkzeug mathematisch explorierend nutzen können.

Im Poster sollen Grundpositionen und erste Einblicke in den Arbeitsstand des Projektes dargestellt werden.

Lernen und Lehren digital neu denken
 

Prädiktoren besonderer Schwierigkeiten beim Mathematiklernen und kausale Effekte einer digitalen adaptiven Förderung des Arbeitsgedächtnisses bei Erstklässlern


Kinder mit besonderen Schwierigkeiten beim Mathematiklernen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer mathematikspezifischen Kompetenzen von ihren Mitschüler*innen, sondern ebenso hinsichtlich weiterer fächerübergreifend relevanter Kompetenzen. Das Poster knüpft an den in der „Leitlinie Rechenstörung“ (2018) deklarierten Forschungsbedarf an. Es skizziert eine Studie, in der wir die Nachhaltigkeit und den Transfer der Effekte einer digitalen adaptiven Förderung des Arbeitsgedächtnisses u.a. auf die Geometrieleistung nachweisen konnten.

Lernen und Lehren digital neu denken
 

DIAMOS – Steigerung der DIAgnostischen und Mathematikdidaktischen Kompetenz von Studierenden durch die Analyse von UnterrichtsvideOS


Im Rahmen der Posterpräsentation wird ein vom Stifterverband gefördertes Fellowship Hochschullehre vorgestellt, dass die Zielstellung hat, eine Datenbank mit Videosequenzen zu typischen Vorgehensweisen und Schülerlösungen von Grundschulkindern bei der Bearbeitung von informativen Aufgaben im Lernbereich Arithmetik aufzubauen. Für diese Videosequenzen werden spezifische Analyseaufträge entwickelt. Zusätzlich sollen neue Videosequenzen zu arithmetischen Apps als diagnostisches Werkzeug im Mathematikunterricht in die Datenbank integriert werden.

Lernen und lehren digital neu denken

Wissenschaftspropädeutische Kompetenzenvon Studienanfänger*innen in einem mathematikaffinen Studiengang


Laut KMK gehört Wissenschaftspropädeutik zur Zieltrias der gymnasialen Oberstufe. Allerdings liegen bisher für den regulären Unterricht in Bezug auf die unterrichtliche Implementierung und den Erwerb von wissenschaftspropädeutischen Kompetenzen kaum Erkenntnisse vor. Im Rahmen dieses Beitrages werden die Erfassung dieser Kompetenzen im Hinblick auf Mathematik als wissenschaftliche Disziplin mit einem Testinstrument fokussiert und Ergebnisse mit einer Stichprobe von über 300 Studierenden präsentiert.

Übergänge gestalten
 

Teacher identity von MINT-Lehrkräften und Bezugsnormen: Implikationen für die Lehrerausbildung


Die Unterrichtspraxis in allen Fächern, unter Anderem in der Mathematik, wird maßgeblich durch das Selbstverständnis und die Persönlichkeit von Lehrkräften bestimmt. Mit dem Begriff teacher identity ist der Versuch verbunden, diese beiden Aspekte zusammenzuführen. Es existiert jedoch eine anhaltende Debatte über eine praxistaugliche Definition von teacher identity. In diesem Beitrag greifen wir diese Problematik auf: wir leiten aus der Literatur eine mögliche Operationalisierung des Konstrukts ab und zwar durch Unterscheidung verschiedener Narrative, die die Selbst-und Fremdwahrnehmung von Lehrkräften betreffen. Die Ergebnisse einer ersten explorativen Studie zur Selbst- und Fremdwahrnehmung von MINT-Lehrkräften (N = 89) werden präsentiert und mit der zugrunde gelegten Bezugsnorm bei der Leistungsbeurteilung von Schülern in Verbindung gebracht. Anhand der Ergebnisse leiten wir mögliche Implikationen für die Lehrerausbildung und Forschungsfragen für zukünftige Untersuchungen ab.

Lehrkräfte forschungsbasiert ausbilden

Ein Vorbereitungskurs zum Staatsexamen Mathematik für das nicht-vertiefte Lehramt


Jedes Jahr treten unzählige Lehramtskandidatinnen und -kandidaten für Grund-, Mittel- und Realschulen zur ersten Staatsprüfung im Fach Mathematik in Bayern an. Dabei müssen schriftliche Prüfungen zur Analysis, zur linearen Algebra und zur Fachdidaktik Mathematik abgelegt werden. Die in diesen Prüfungen erzielten Leistungen sind für den Verlauf der Schullaufbahn der angehenden Lehrkräfte entscheidend. Während für die Vorbereitungen zur Staatsprüfung im vertieften Fachstudium für das Lehramt an Gymnasien bereits entsprechende Literatur existiert, gab es bisher kein Pendant für das nicht-vertiefte Lehramtsstudium. Dass diese Lücke geschlossen werden muss, erkennt man auch anhand der Statistiken zur ersten Staatsprüfung im Fach Mathematik. Mit dem Buch „Schritt für Schritt zum Staatsexamen Mathematik“ wird den Prüfungskandidatinnen und -kandidaten ein Vorbereitungskurs zur Verfügung gestellt, der neben fachmathematischen Inhalten vor allem auch am Beispiel verschiedener mathematischer Konzepte Brücken zur Schulmathematik schlägt. Im Beitrag stellen wir die inhaltliche Konzeption, den Aufbau des Buchs sowie die eingesetzten didaktischen Elemente vor. 

Lehrkräfte forschungsbasiert ausbilden
 

Diagnostizieren von Fehlerstrategien beim Dezimalbruchvergleich


Die fehlerfreie Verwendung von Dezimalbrüchen beim schulischen Lernen und im alltäglichen Leben erfordert die Entwicklung von Grundvorstellungen durch Schülerinnen und Schüler (Padberg & Wartha, 2017). Zur Behebung der vorhandenen Fehlvorstellungen sind auf Lehrerebene eindeutige Diagnosen notwendig – auch wenn fehlerhafte Aufgabenlösungen teilweise ambivalent sind. Ziel des Forschungsprojektes ist es, Einflussfaktoren und den angenommenen confirmation bias (Oswald & Grosjean, 2004) in dieser Urteilssituation zu untersuchen und somit Konzepte für die Lehrerausbildung zu generieren.

Lehrkräfte forschungsbasiert ausbilden
 

Förderung von aufgabendiagnostischer Kompetenz in der Lehrerausbildung - Eine Studie mit Eye-Tracking Stimulated Recall Interviews


Die Beurteilung von Aufgabenschwierigkeiten ist eine alltägliche Tätigkeit von Lehrkräften. In dieser Interventionsstudie konnte gezeigt werden, dass spezifisches Wissen über schwierigkeitsgenerierende Aufgabenmerkmale im Bereich der Bruchrechnung und Winkelberechnung angehende Lehrkräfte dazu befähigt, mehr schwierigkeitsgenerierende Aufgabenmerkmale zu identifizieren und diese adäquater hinsichtlich der Schwierigkeit für Schüler*innen zu evaluieren. Die Analyse der Blickbewegungen weist darüber hinaus auf ein effizienteres Vorgehen beim Diagnostizieren mit spezifischem Wissen hin.

Lehrkräfte forschungsbasiert ausbilden

Kompetenzen von Lehramtsstudierenden zu Anschauungsmitteln im arithmetischen Anfangsunterricht


Anschauung und Visualisierung mathematischer Inhalte sind wichtiger Bestandteil des Anfangsunterrichts. In Auseinandersetzung mit Handlungen an Anschauungsmitteln können Kinder innere Vorstellungsbilder aufbauen. Die Auswahl durch die Lehrkraft und der Einsatz im Unterricht sind hierbei relevant, um das Potenzial der Anschauungsmittel voll auszuschöpfen. Inwieweit Lehramtsstudierende über Kompetenzen zu Anschauungsmitteln verfügen, soll in dieser Studie untersucht werden.

Lehrkräfte forschungsbasiert ausbilden
 

Erklärvideos zu mathematischen Inhalten


Das Projekt Erklärvideos zu mathematischen Inhalten (EViMath) legt den Fokus auf ein aktuell diskutiertes Thema: digitales Lehren und Lernen. Lehramtsstudierende konzipieren unter Einbezug diverser Fachdisziplinen hochwertige Videos. Das Projekt schafft eine Verbindung zwischen universitärer Lehre und Schulpraxis. Nach und nach wird eine Datenbank mit Erklärvideos aufgebaut. Zukünftig werden Möglichkeiten solcher Videos für SuS mit besonderen Förderbedarfen in den Blick genommen.

Lernen und Lehren digital neu denken